„Wie alle Schulen hatte auch unsere Schule ein Leitbild. Entstanden ist dieses Leitbild in einer sehr frühen Phase der Schulentwicklungsgeschichte. Der Schulleiter Wilhelm Hartmann startete bereits 1993 mit einer systematischen Qualitätsentwicklung an der Schule. Unter intensiver Beteiligung des Kollegiums entstand 1995 das Leitbild der Schule, 1999 wurde das Leitbild überarbeitet und um Leitlinien zur Zusammenarbeit, Führung und Kommunikation erweitert. Dieses Leitbild wurde an verschiedenen Stellen im Schulhaus und auf der Homepage veröffentlicht und es war Grundlage für den STEBS-Prozess (STEBS = STärkung der Eigenständigkeit von Beruflichen Schulen) und die beiden Fremdevaluationen der Schule in den Jahren 2011 und 2016.
Im Lauf der Jahre verlor das Leitbild immer mehr an realer Bedeutung, es war das Leitbild eines Kollegiums, das es in dieser Form nicht mehr gab und das Leitbild einer Schulleitung, die es in dieser Form nicht mehr gab. Es hing im Haus, es stand auf der Homepage – es hatte im Schulalltag keinerlei Bedeutung.
Im Jahr 2018 machten wir uns auf den Weg ein neues Leitbild zu erstellen, schließlich gab es eine neue Schulleitung und ein „neues“ Kollegium. Trotz Corona führten wir eine Reihe von Schulentwicklungsveranstaltungen durch, um zu diesem neuen Leitbild zu kommen. Im Frühjahr 2020 waren wir soweit, wir hatten alles zusammengetragen, was wir uns unter einem guten WG West vorgestellt hatten und wollten jetzt gemeinsam die Sätze für unser neues Leitbild formulieren.
Während wir die Sätze formulierten, wurde die Stimmung der Beteiligten immer schlechter. Eine ältere Kollegin brachte die Gründe hierfür auf den Punkt: „Jetzt formulieren wir die gleichen Sätze wie vor 20 Jahren, die gleichen Sätze wie alle anderen Schulen und das Ganze hat keinerlei Bedeutung für die wirkliche Entwicklung unserer Schule.“. Nach einer kurzen Phase der Ratlosigkeit entschieden wir uns dafür auf ein Leitbild zu verzichten und stattdessen wenige Leitsätze zu formulieren. Diese Leitsätze sollten sich daran orientieren, was wir unseren Lernenden mit „in die Welt“ geben wollen.“
