Anschließend nahmen wir an einer Yogastunde teil. Yoga hat seinen Ursprung in Indien und ist bis heute ein wichtiger Bestandteil vieler spiritueller und gesundheitlicher Traditionen. Danach unternahmen wir einen Spaziergang in einer Parkanlage nahe der Schule.
Ein weiterer Programmpunkt war das Mani Bhavan Gandhi Sangrahalaya. Das ehemalige Wohnhaus Mahatma Gandhis dient heute als Museum und dokumentiert wichtige Stationen seines Lebens sowie seines gewaltfreien Widerstands gegen die britische Kolonialherrschaft.
Den Abschluss bildete eine feierliche Abschiedszeremonie mit Tanzaufführungen und gemeinsamen Erinnerungen an eine ereignisreiche Woche.
Neben dem offiziellen Programm verbrachten wir an allen Tagen viel Zeit mit unseren Gastfamilien und Austauschpartnern. Zu unseren Freizeitaktivitäten zählten Bowling, Pickleball, Basketball, Restaurantbesuche, Spaziergänge an der Promenade, Tuk-Tuk-Fahrten, Shoppingtouren und viele Gespräche über unseren Alltag in Deutschland und Indien.
Persönliche Eindrücke und Erkenntnisse
Die Reise war für mich vor allem eines: unglaublich eindrucksvoll. Es gab keinen langweiligen Moment. Besonders beeindruckt haben mich die enorme kulturelle Vielfalt, die jahrtausendealte Geschichte des Landes und die Offenheit vieler Menschen, denen wir begegnet sind.
Gleichzeitig wurden wir auch mit Herausforderungen konfrontiert. Die sichtbare Armut in den Großstädten war teilweise schockierend und machte deutlich, wie unterschiedlich die Lebensrealitäten in verschiedenen Teilen der Welt sein können. Auch die Luftqualität in manchen Städten sowie der oft chaotisch wirkende Straßenverkehr unterschieden sich sichtlich von dem, was wir aus Deutschland gewohnt sind.
Interessant war außerdem zu beobachten, welche Rolle Respekt und Hierarchien im indischen Alltag spielen. Älteren Menschen wird häufig eine besondere Wertschätzung entgegengebracht, die im täglichen Leben deutlich sichtbar ist. Besonders nah konnte ich das erleben, als ich die Ehre hatte, die Großeltern meines Austauschpartners kennen zu lernen. Wir setzten uns erst als die Großeltern bereits saßen, sie begannen und beendeten alle Gesprächsthemen. Dieses Erlebnis zeigte mir, dass Respekt gegenüber Älteren, vor allem wegen Ihrer Weisheit, eine wichtige Rolle spielt.
Beeindruckend fand ich, wie unterschiedlich Lebensrealitäten trotz ähnlichen Alters sein können. Gleichzeitig habe ich gelernt, dass Menschen auf der ganzen Welt oft viel mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede haben. Unsere Gastfamilien haben uns mit großer Herzlichkeit aufgenommen und uns vom ersten Tag an das Gefühl gegeben, willkommen zu sein.
Auch der Einblick in das indische Schulsystem empfand ich spannend. Neben klassischen Unterrichtsfächern spielen kreative Angebote wie Tanz, Yoga oder Schauspiel eine deutlich größere Rolle als an vielen deutschen Schulen.
Rückblickend hat uns der Austausch nicht nur neue Freundschaften ermöglicht, sondern auch unseren Blick auf andere Kulturen erweitert. Indien verfügt über eine faszinierende Geschichte sowie über eine enorme religiöse und kulturelle Vielfalt, die es zu entdecken gibt. Gerade für Menschen, die sich für Mythologie, Geschichte und Religion interessieren, bietet das Land eine unglaublich große Vielfalt an Erzählungen und Traditionen.
Die Erfahrungen, Begegnungen und Freundschaften dieser zwei Wochen werden uns allen noch lange in Erinnerung bleiben und zeigen, wie wertvoll internationale Begegnungen für das gegenseitige Verständnis sein können. Allen zukünftigen Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe kann ich absolut empfehlen am kommenden Indienaustausch teilzunehmen; es lohnt sich.
Rückbesuch der BIS Mumbai am Wirtschaftsgymnasium West vom 11. – 18.04.2026
Nach unserem eigenen Aufenthalt in Indien war es endlich so weit: Unsere indischen Austauschpartner*innen kamen zu uns nach Deutschland! Am Samstag, dem 11.04.2026, haben wir sie am Stuttgarter Hauptbahnhof empfangen – der Start in eine Woche voller unvergesslicher gemeinsamer Erlebnisse.