Am 03.07.2026 besuchte der Deutschkurs der JG1/2+4 von Herrn Kölblin den Workshop „Märchen, Macht und Männlichkeit“ im Kunstgebäude Stuttgart, angeboten im Rahmen der Ausstellung „Das kalte Herz“. Die Ausstellung stellt Wilhelm Hauffs gleichnamiges Schwarzwald Märchen von 1827 erstmals in den Dialog mit zeitgenössischer Kunst und nutzt den Märchenstoff als Ausgangspunkt, um Themen wie Identität, Gier und emotionale Isolation vor dem Hintergrund von Industrialisierung und Kapitalismus zu reflektieren.
Der dreistündige Workshop ging der Frage nach, was „Mann-sein“ heute bedeutet und wie Vorstellungen von Männlichkeit durch gesellschaftliche Erwartungen, Rollenbilder und zunehmend durch soziale Medien geprägt werden. Ausgehend von den ausgestellten Kunstwerken, dem Märchenstoff und aktuellem Social-Media-Content wurde diskutiert, welche Bilder von Stärke, Erfolg und Empathie unser Denken bestimmen und wie sich Geschlecht als soziales Konstrukt verstehen lässt. Der Ablauf gliederte sich in drei Teile: eine geführte Tour durch die Ausstellung, eine Diskussionsrunde zu vorhandenen Rollenbildern sowie einen kreativen Abschluss, in dem die Schüler:innen eigene Positionen künstlerisch verarbeiten konnten.
Insgesamt war es ein bereichernder Nachmittag, der zeigte, wie aktuell ein über 200 Jahre altes Märchen noch sein kann, wenn man es mit den richtigen Fragen an die Gegenwart heranträgt.
Text und Bilder: KOE



